Freitag, 4. Februar 2011

(Drohende) Hinrichtungen von politischen Gefangenen


"Hilfe für einen Blinden" von Mana Neyestanai

Blind ist in Mana Neyestanis Meisterwerk die iranische Justitz, symbolisiert durch die Waage der Gerechtigkeit. Ihre Augen sind verbunden. Sie wird von einem Mann in Uniform geführt (Sepah), so dass sie viele Blumen zertrampelt. Mana Neyestani will darauf hindeuten, dass manche Richter nach Erlassungen der langen Haftstrafen den politischen Gefangenen gesagt hatten, die Urteile wurden nicht von den Richtern selbst gefällt. Sepah-Offiziere haben die Urteile schon vor den Gerichtsverhandlungen den Richtern vorgeschrieben. 
 
Am 29.1.2011 wurde Zahra Bahrami, die bei den Protesten von Ashura im Dezember 2009 verhaftet worden war, im Evin-Gefängnis hingerichtet (mehr auf Julias Blog). Die iranisch-niederländische Staatsbürgerin wurde wegen Drogenhandels und Zusammenarbeit mit der Royalistischen Vereinigung Irans angeklagt. Ihre Anwältin erklärte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen waren: „Ich bin schockiert. Ich war überhaupt nicht darüber unterrichtet. Sie hätten Frau Bahramis Anwältin über die Hinrichtung informieren müssen, aber ich weiß von nichts. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin schockiert“!

Nun droht auch die Hinrichtung des Bloggers Saeed Malekpour. Außerdem wird eine weitere Person wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilt.

Die Anzahl der Todesturteile ist leider erschreckend hoch: alleine in 35 Tagen wurden mehr als 100 Menschen im Iran hingerichtet. Werden Sie aktiv!

Mousavi und Karroubi trafen sich spontan und sprachen sich gegen die Todesstrafen aus. Besonders außergewöhnlich fand ich, dass bei diesem Treffen auch Ajatollah Bajat Zanjani dabei war. Es ist jedoch unklar, welche Rolle der Kleriker bei diesem Treffen gespielt hat.

Auf Julias Blog finden sie jede Menge weiter Berichte über die Hinrichtungen.

Vergleichbare Artikel

Tehranburaeu: Mousavi, Karroubi Condemn State Killing Spree
United for Iran: The Case of Saeed Malekpour

1 Kommentar:

  1. Gnade ihnen Gott, wenn sich diese IR eines Tages vor dem Volk Rechenschaft ablegen müssen

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