Sonntag, 27. Februar 2011

Änderungen in der Charta der grünen Bewegubg


Die 18. Erklärung Mousavis, veröffentlicht am 15. Juni 2010, ist auch der Charta der Grünen Bewegung bekannt. Sie wurde von Experten, Bloggern und Aktivisten analysiert und kritisiert. Nun veröffentlichten grüne Webseiten eine neue Version des Dokuments, das von Mousavi und Karroubi unterschrieben wurde.
Die neue Version des Dokuments sollte zu einem guten Zeitpunkt veröffentlicht werden. Kurz nach dem Hausarrest Mousavis und Karroubis hat die Webseite Kaleme das neue Dokument veröffentlicht.


Wesentliche Änderungen

Ein Blogger hat die Unterschiede der neuen Version der Grünen Charta zu dem Neuen in Kürze aufgezählt. Diese Aufzählung, die ich im Folgenden übersetzt habe, wiederspiegelt die wesentlichen Veränderungen der Charta:

  • Im Falle von Abweichungen, ist "In den letzten Jahren" durch "nach der Revolution [gemeint ist die Islamische Revolution vom 1979] und vor allem in den letzten Jahren" erweitert worden.
  • "Ausdehnung von Beziehungen mit allen Ländern der Welt" wurde hinzugefügt.
  • "Verstärkung von moralischen Aspekten des Islams und der Islamischen Republik Irans" wurde durch "Verstärkung von Aspekten, Visionen und Aktionen aller Anhänger der monotheistischen Religionen des Landes" ersetzt.
  • Die Phrasen "System der monotheistischen Rationalität", "kollektive monotheistische Weisheit" und der Satz "die Grüne Bewegung ist eine persisch-islamische Bewegung" wurden entfernt.
  • "Ernsthafter Widerstand gegen  ethnische, sexuelle, klassenbezogene und religiöse Diskriminierung"wurden hinzugefügt.  
  • "Gewaltloser Widerstand ist mit Kapitulation oder Schweigen gegen Unterdrückung nicht gleich bedeutend" wurde hinzugefügt. 
  • In der neuen Version wurde auch die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" vermerkt.
  • "Dialoge zwischen unterschiedlichen politischen und denkenden Gruppen" wurde durch "Dialog zwischen den Abgeordneten von unterschiedlichen politischen und denkenden Gruppen untereinander und auch zwischen dem Volk und der Regierung" ersetzt. 
  • "Die Bereitstellung von materiellen Rechten der Arbeiter und Bauern" wurde hinzugefügt.  


Mit Sicherheit sind einige Stellen in der Grünen Charta zu kritisieren. Die erwähnten Änderungen in der grünen Charta sind aber ein Zeichen dafür, dass Mousavi und Karroubi mit der Kritik umgehen können und sie nicht nur im Wort, sondern auch im Umsetzen willkommen heißen. Und es zeigt die positive Auswirkung der eingehenden Kritiken. Zahra Rahnavard sagte einmal: "Jemand, der nicht kritisiert wird, fault und wird wie ein Moor. Wir heißen alle Kritiken, die aus Freundschaft und Liebe zur Bewegung geäußert werden, willkommen."

Vergleichbare Artikel:
Mousavis Erklärung #13 (eine Kurzfassung)
Mousavis großer Wandel?

Montag, 21. Februar 2011

Meine kleine Auswahl an Videos vom 20. Februar

Sehen wir zuerst, unter welchen Bedingungen das iranische Volk auf die Straße ging:








(ähnliche Videos )

Demonstranten singen auf den Straßen


Ein Demonstrant wird verhaftet (ein weiteres beeindruckendes Video von TheIranReporter)


Am Ende sehen wir zwei Video aus Shiraz.


Samstag, 19. Februar 2011

Einzigartiges Video (2)

Man fragt sich, wie sie es gemacht haben.

Neue Bassij-Einheit: Ninja

Einzigartiges Video; 18 Minuten Zusammenstoß

Ich wollte eigentlich keine weitere Videos vom 25 Bahman hier veröffentlichen. Aber dieses Video (und zwei andere) muss man einfach gesehen haben.

Mousavi, Karroubi, Khatami und Rahnavard seit Sonnatg unter Hausarrest

Pro-Regierungsdemo vom Freitag, 18. Februar
vlnr: Mousavi, Karroubi, Ex-Präsident Khatami

Seit Sonntag stehen Mousavi und Rahnavard unter Hausarrest. Die Telefonleitungen im Haus, ihre Handys und ihr Internet funktionieren nicht mehr. Auch Karroubi und der Ex-Präsident Khatami stehen angeblich unter Hausarrest. Nicht einmal ihre Familienmitglieder dürfen sie besuchen.


Die Proteste vom 14. Februar haben die Machthaber des Irans schwerst verärgert. Sie behaupten, dass nur 300-400 Demonstranten auf den Straßen präsent waren, man hört aber das Zittern des Polizeichefs von Teheran in seiner Stimme, als er über die Unruhen im staatlichen Fernsehen sprach. - Frage: angenommen es waren am Montag nur zehntausend Sicherheitskräfte in der Bereitschaft, dann wären 25 schwer bewaffnete Sicherheitskräfte für einen Demonstranten zuständig. Wie konnten sie es zulassen, dass die Demonstranten überall Tod dem Chamenei schrien? -  Ahmad Jannati, der Freitagsprediger dieser Woche sagte zum tausendsten Mal, dass die grüne Bewegung gestorben ist. - Frage: Wie kann eine gestorbene Bewegung jede Woche sterben? - Am Dienstag forderten sogar Parlamentsabgeordnete die Hinrichtung von Mousavi, Karroubi und Ex-Präsident Khatami. "Mousavi, Karoubi und Khatami, müssen hingerichtet werden". Das Video wurde im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt. Später sprachen auch drei Parlamentsabgeordnete, die zu den Reformisten gehören, gegen die Demonstranten, Mousavi und Karroubi, vielleicht unter Druck. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass dies ohne den Willen von Revolutionsführer Chamenei hätte passieren können. Vor allem nicht die Aussendung im staatlichen Fernsehen.




Alleine die Aufforderung den Ex-Präsidenten Khatami zu erhängen hat in der kleinen Stadt Ardakan eine Spontandemonstration ausgelöst



Am Dienstag Abend zeigte das Fernsehen eine Versammlung von etwa 60 Menschen, die Tod dem Hashemi [Rafsanjani] schrien. Dies kann definitiv nicht ohne ein Erlaubnis von Chamenei geschehen sein. Wahrscheinlich wollte er, dass Rafsanjani auch gegen Mousavi und Karroubi etwas sagt. Und so kam es auch. Natürlich kritisierte Rafsanjani heftigst das iranische Fernsehen auf seiner offiziellen Webseite, auf seiner persischen Webseite erklärte er die Demonstration vom 14. Februar für Haram (verboten).

Am selben Tag veröffentlichte die Webseite Kaleme einen Statement unter Mousavis Namen (können Sie hier lesen). Ich vermute aber, dass der Statement nicht von Mousavi geschrieben ist, weil Mousavi u. a. keinen Kontakt mit seiner Außenwelt hat, nicht einmal zu seinen eigenen Töchtern (hier sind ein paar weitere Gründe für diese These aufgezählt worden).

Das Regime traut sich aber (noch) nicht Mousavi und Karroubi zu erhängen: Irans Justizchef weist Forderung nach Hinrichtung der Oppositionsführer zurück. Der Freitagsprädiger Jannati (bei der Bevölkerung eher bekannt als Fossil oder auch Dinosaurier wegen seiner altmodischen Sichtweise) fordert weiteren Hausarrest für die Beiden.

Fußnote
Abdollah Nuri, der erste Innenminister Khatamis, scheint auch unter Hausarrest zu sein. Vielleicht wird er in der Zukunft eine wichtige Person für die Grüne Bewegung. Er ist aber noch keine Schlüsselfigur in der Grünen Bewegung. Deshalb erwähne ich seinen Namen zunächst nur ganz nebensächlich.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Sogar die Leichen klauen sie!

 
vlnr: Sane Jaleh, Mohammad Mokhtari,
Todesopfer vom 14. Februar

Es ist mehr als ein Jahr her, als die Stimmen der iranischen Bevölkerung gestohlen wurden. Seit Jahren nahmen sie uns die Freiheit, unsere Würde und das Leben vieler unschuldiger Menschen. Doch damit nicht genug: Jetzt klauen sie auch Leichen.


Am 14. Februar töteten sie Sane Jaleh und Mohammad Mokhtari. Sane Jaleh war ein Kunststudent, der am 14. Februar mit der Opposition auf die Straße ging. Die Regierung aber behauptete auf einmal, er sei ein Bassiji gewesen! Auf dem Foto links sieht man ihn mit Ajatollah Montazeri. Nicht Beweis genug?

Sein Bruder, Ghane, erzählte Voice of America (persisch), dass Sane kein Basiji war. Seiner Familie und seinen Freunden  wurde gedroht  kein Wort darüber zu verlieren. Während ich diesen Bericht schrieb, kam die Meldung dass Ghane verhaftete wurde. Er sagte, dass die Feinde die Leiche seines Bruders begraben haben.


Zwar hatten viele Studenten in Teheran versucht gegen dieses Vorgehen der Bassij zu protestieren, sie wurden aber nieder geschlagen und verhaftet. Die Regierungskräfte verfälschten Sanes Foto (s. Ali Shirasis Blog).

Und dann stahlen die Regierungskräfte auch noch die Leiche von Mohammd Mokhtari. Ihre Webseiten schrieben, dass Mohammad mit den Slogans "Tod dem Mousavi und Tod dem Chamenei begraben wurde".

Einer seiner letzten Sätze auf Facebook war: "Gott, gewähre mir stehend zu sterben, denn es ist mir lieber als sitzend und gedemütigt zu leben.".



Vergleichbare Artikel:
Arshama3's Blog: Tödlicher Valentinstag in Iran: Sanee Jaleh und Mohammad Mokhtari

Dienstag, 15. Februar 2011

Protestvideos vom 14. Februar, spätere Stunden



"Tod dem Chamenei"


"Was ist dem Ölgeld passiert? Es ist für Bassijis investiert worden"


"Freiheit, Freiheit, Freiheit"


"Mubarak, Ben Ali, jetzt ist Seyyed Ali [Chamenei] dran"


Sie singen Yare Dabestani "Mein Schulfreund"


Chameneis Foto wird gerissen. Die Masse freut sich.


Vergleichbare Artikel:
14. Februar; Bricht das Schweigen?
Zitate von persischsprachigen Blogs über den 14. Februar

Montag, 14. Februar 2011

Erste Protestvideos vom 14. Februar


In mehreren Städten Irans gingen heute viele Menschen auf die Straßen, es liegen aber noch keine Hochrechnungen vor; von mehreren Hunderttausenden spricht man. Nicht nur in Teheran, sondern auch in Isfahan, Shiraz, Mashhad und Kermanschah waren sie präsent. Ja, die Grüne Bewegung lebt noch. Von vielen Freunden in Shiraz habe ich gehört, dass keine Demonstration bisher so groß war. In Teheran und Shiraz wollen viele heute Nacht auf der Straße bleiben oder sogar schlafen, wenn es möglich ist. In Teheran wurde die Masse mit der Zeit immer größer. Laut BBC-Persisch halten die Demonstrationen immer noch an (21:18 deutsche Uhrzeit, 23:48 lokal)


Viele Videos sind bereits ins Netz hochgeladen worden, und es werden immer noch mehr. Ich begnüge mich zuerst nur mit ein paar Videos und einem kleinen Bericht.

Zu erwähnen ist, dass die Slogans gar nicht mehr gegen Ahmadinedjad, sondern hauptsächlich gegen Revolutionsführer Chamenei gerichtet sind: die Demonstranten wollen sich nicht mehr nur mit einem Rücktritt Ahmadinedjads begnügen, sie wollen das System stürzen.

Protestierende singen den Song "Ey Iran"


Teheran: "Tod dem Chamenei"


"Tod dem Diktator"


"Tod dem Diktator"


"Tod den Tyrannen, sowohl in Kairo als auch in Teheran"


"Mubarak, Ben Ali, jetzt ist Seyyed Ali [Chamenei] dran"


"Tod dem Chamenei" Demonstranten werden angegriffen.


"Mubarak, Ben Ali, jetzt ist Seyyed Ali [Chamenei] dran"




Chamenei's Bild wird verbrannt. "Mubarak, Ben Ali, jetzt ist Seyyed Ali [Chamenei] dran"


"Tunesien, Ägypten und Iran"


Sicherheitskräfte greifen die friedlichen Demonstranten an. Erwachsene wie Jugendliche zeigen Präsenz.


Wer sagte die Grüne Bewegung sei tot?

Vergleichbare Artikel:
14. Februar; Bricht das Schweigen?
Zitate von persischsprachigen Blogs über den 14. Februar

Sonntag, 13. Februar 2011

Nächtliche Proteste vor dem 14. Februar

Teheran bestätigte heute Abend mit Tod dem Diktator- und Allah-o-Akbar-Schreien die große Bereitschaft der Menschen, morgen auf die Straßen zu gehen. Hier das erste hochgeladene Video:

Montag, 7. Februar 2011

Zitate von persischsprachigen Blogs über den 14. Februar

  "Wir werden nicht ausgehen"
ist eigentlich doppeldeutig auf persisch und heißt auch:
"Wir werden nicht still"

Was schreiben Blogger im Iran?

Euphorisch schreiben sie, dass sie kommen werden:

"Ich werde mit Freunden am 13. Februar nach Teheran gehen. Wir werden bei Verwandten schlafen und nehmen an der Demonstration teil."

"Bitte, Mir Hossein [Mousavi], bitte Karroubi, sagt die Demos nicht ab, wenn das Innenministerium keine Erlaubnis erteilt.", schreiben viele Blogger und Aktivisten auf Blogs und Facebook.

"Auch wenn Mousavi und Karroubi die Demos absagen, wir werden trotzdem auf die Straße gehen".

"Das Blut von Neda, Sohrab und vielen Anderen sind unsere Erlaubnis für die Teilnahme an den Demonstrationen"


"Artikel §27 der Verfassung: . Wir wollen keine Waffen tragen. Solidarität mit der Bevölkerung von Ägypten und Tunesien kann keine Nachteile für Grundprinzipien des Islams haben".

Vergleichbare Artikel

14. Februar; Bricht das Schweigen?

14. Februar; Bricht das Schweigen?

25 Bahman (14. Februar) 
15 Uhr
Vom Imam-Hossein-Platz zum Azadi-Platz 

Eigentlich wollten ein paar Aktivisten zu Demonstrationen am 11. Februar aufrufen. Am 22 Bahman, dem Siegestag der islamischen Revolution. An dem Tag, an dem vieles schief ging letztes Jahr. Die Aktivisten waren leicht verzweifelt: "Klappt es dieses Jahr oder nicht? Können wir viele Menschen mobilisieren? Reichen 300 Menschen um eine größere Demo auszulösen", schrieben manche Blogger und Aktivisten. Gestern (am Sonntag) aber sorgte ein Brief für Überraschung und Hoffnung. Mousavi und Karroubi stellten in einem gemeinsamen Brief einen Antrag auf Genehmigung eines Solidaritätmarsches für die Aufstände gegen die Diktaturen in Ägypten und Tunesien. Der Brief lautet (Übersetzung übernommen aus Julias Blog):
"Wir möchten hiermit bekannt geben, dass wir aus Solidarität mit den Volksbewegungen in der Region, insbesondere mit den nach Freiheit strebenden Aufständen des Volkes in Tunesien und Ägypten gegen ihre tyrannischen Regimes, um Genehmigung ersuchen, zu einer öffentlichen Demonstration gemäß Artikel 27 der Verfassung aufrufen zu dürfen. Wir möchten damit die Volkserhebungen in diesen beiden muslimischen Ländern unterstützen. Der Marsch soll am Montag, dem 14. Februar [um 15 Uhr] stattfinden und vom Imam-Hossein-Platz zum Azadi-Platz führen.".
Die Nachricht mit einer Kopie des Briefs erschien zunächst auf zu Mousavi und Karroubi nahen Webseiten. Sie schlug wie eine Bombe ein. Blogger und Aktivisten verbreiteten die Nachricht rasant. Eine Facebook-Seite wurde für diesen Tag eingerichtet, auf der namhafte Aktivisten der grünen Bewegung die neuesten Poster, Videos und Nachrichten zu diesem Tag veröffentlichen. Innerhalb von 24 Stunden erreichte die Seite eine Anzahl von über 10.000 Mitgliedern. Möglicherweise werden die Meldungen auch bald auf Englisch erscheinen.

Mit diesem Brief zeigten Mousavi und Karroubi wie kreativ und wichtig sie für die Grüne Bewegung sein können. Eigentlich handelt der Brief von einer Solidaritätsdemo mit der Volksbewegung in Nordafrika, geschrieben am Innenministerium Ahmadinedjads - vermutlich wird der Innenminister der Putschregierung keine Erlaubnis für die Demonstration erteilen - , Karroubi und Mousavi schlagen aber dem Volk einen guten Termin und Ort vor: Nicht am 11. Februar, für den sich die Sicherheitsbehörden wahrscheinlich gut vorbereitet haben, sondern drei Tage später. Nur acht Tage haben die Sicherheitsbehörden Zeit um sich vorzubereiten. Die Aktivisten der grünen Bewegung natürlich auch. Zum Glück sind wir aber im Internetzeitalter.

Es gibt auch diejenigen auf Facebook, die fast drohend schreiben, wer auf die Demonstration gehe, unterstütze die Islamische Republik, weil sie von Mousavi und Karroubi vorgeschlagen wurde! Schon klar. 

Vergleichbare Artikel

Babylon & Beyond: IRAN: Opposition seeks permit to march in support of Egyptian uprising
Julias Blog: Irans „Tag des Zorns“

Freitag, 4. Februar 2011

(Drohende) Hinrichtungen von politischen Gefangenen


"Hilfe für einen Blinden" von Mana Neyestanai

Blind ist in Mana Neyestanis Meisterwerk die iranische Justitz, symbolisiert durch die Waage der Gerechtigkeit. Ihre Augen sind verbunden. Sie wird von einem Mann in Uniform geführt (Sepah), so dass sie viele Blumen zertrampelt. Mana Neyestani will darauf hindeuten, dass manche Richter nach Erlassungen der langen Haftstrafen den politischen Gefangenen gesagt hatten, die Urteile wurden nicht von den Richtern selbst gefällt. Sepah-Offiziere haben die Urteile schon vor den Gerichtsverhandlungen den Richtern vorgeschrieben. 
 
Am 29.1.2011 wurde Zahra Bahrami, die bei den Protesten von Ashura im Dezember 2009 verhaftet worden war, im Evin-Gefängnis hingerichtet (mehr auf Julias Blog). Die iranisch-niederländische Staatsbürgerin wurde wegen Drogenhandels und Zusammenarbeit mit der Royalistischen Vereinigung Irans angeklagt. Ihre Anwältin erklärte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen waren: „Ich bin schockiert. Ich war überhaupt nicht darüber unterrichtet. Sie hätten Frau Bahramis Anwältin über die Hinrichtung informieren müssen, aber ich weiß von nichts. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin schockiert“!

Nun droht auch die Hinrichtung des Bloggers Saeed Malekpour. Außerdem wird eine weitere Person wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilt.

Die Anzahl der Todesturteile ist leider erschreckend hoch: alleine in 35 Tagen wurden mehr als 100 Menschen im Iran hingerichtet. Werden Sie aktiv!

Mousavi und Karroubi trafen sich spontan und sprachen sich gegen die Todesstrafen aus. Besonders außergewöhnlich fand ich, dass bei diesem Treffen auch Ajatollah Bajat Zanjani dabei war. Es ist jedoch unklar, welche Rolle der Kleriker bei diesem Treffen gespielt hat.

Auf Julias Blog finden sie jede Menge weiter Berichte über die Hinrichtungen.

Vergleichbare Artikel

Tehranburaeu: Mousavi, Karroubi Condemn State Killing Spree
United for Iran: The Case of Saeed Malekpour