Montag, 25. Juli 2011

Politischer Gefangener stirbt im Gefängnis

Ein politischer Gefangener ist im Krankenhaus des Orumiyeh-Gefängnisses gestorben. Laut Mukerian Nachrichten Agentur war Naser Khani Zadeh ein Kurde, der wegen Kooperation mit "einer oppositionellen Partei" zu 18 Monaten Haft verurteilt worden war. 

Sonntag, 24. Juli 2011

Freitag, 22. Juli 2011

Iranische Regierung bricht ihre eigenen Gesetze

Was ist besser?
Schlechte Gesetze oder keine Gesetze?

Reformer wie Mousavi, Karroubi oder Ex-Präsident Khatami sagten einige Male, die Verfassung der Islamischen Republik habe das Potenzial, viele aktuelle Probleme des Landes zu lösen. Sie forderten von der Regierung, sich an die Gesetze zu halten, etwa bei den verfälschten Präsidentschaftswahlen von 2009 oder später, als die Regierung Ahmadinedjads die friedlichen Demonstranten niederschlug. Kann man nur auf dieser Grundlage behaupten, dass solche Politiker versuchen, die Islamische Republik zu schützen?  Sind es nur politische Spiele? Oder steckt wirklich etwas dahinter? 


Es sind nicht nur Reformer, die oft wiederholen, dass das Regime in Teheran seine eigenen Gesetze bricht. Rechtsanwälte wie Narin Sotoudeh und Mohammad Ali Dadkhah erklärten häufig, dass ihre Mandanten illegalerweise verhaftet wurden. Die erste verbringt ihre Tage zur Zeit im Knast, der zweite ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Viele politische Gefangene behaupten, dass sie illegalerweise verhaften wurden. Es lohnt sich also, ein paar Gesetze der Islamischen Republik anzuschauen.

§ 37 - Unschuldsvermutung: Prinzipiell ist jeder unschuldig. Niemand ist schuldig, es sei denn, seine Schuld wird vor einem Gericht bewiesen.

§ 32 - Niemand darf ohne gesetzlich basierten Haftbefehl verhaftet werden. Im Falle einer Verhaftung muss der Angeklagte sofort und schriftlich über die Klage informiert werden. Innerhalb von 24 Stunden müssen die Akten den zuständigen Justizbehörden vorliegen. Die Vorbereitungen des Prozesses müssen so schnell wie möglich getroffen werden.

Beispiel, in dem diese Gesetze von den Justizbehörden gebrochen wurden:

Erinnern Sie sich noch an Hoda Saber? Der politische Gefangene, der im Gefängnis starb? Er war zehn Monate lang im Gefängnis. Er wurde ohne Haftbefehl verhaftet, für seinen Fall gab es keinen Gerichtsprozess und ihm wurde nicht erklärt, warum er verhaftet wurde [1]. Außerdem wurde er kurz vor seinem Tod gefoltert. Ist Folter eigentlich laut der Verfassung des aktuellen Regimes erlaubt?

§ 38 - Jede Art von Folter zur Erpressung oder Beschaffung von Information ist verboten. Es ist nicht erlaubt, jemandem zum Schwören oder Bekennen zu zwingen. Solche Geständnisse sind wertlos. Verstöße gegen diese Regel sind strafbar.

Viele Gesetze in der Verfassung der Islamischen Republik mögen nicht zeitgemäß sein oder mir nicht gefallen (s. [3]). Trotzdem finde ich es offensichtlich, dass wenn die Regierung sich dran halten wurde, unsere Probleme weniger wären. Hoda Saber würde noch leben, Folterknechte der Islamischen Republik wären im Gefängnis. 

Quelle
[1] Schriftliche Beschwerde von Sabers Familie an die iranische Justitz (Persisch)

Fußnoten:
[2] Fall Sie die Verfassung des Islamischen Republik Irans lesen möchten, finden Sie die englische Übersetzung hier.
[3] Falls Sie sich für weitere ähnliche Artikel interessieren, bin ich bereit, weitere Artikel mit dem Titel "Das iranische System bricht seine eigenen Gesetze" oder ähnlichem zu verfassen. Da ich aber nicht weiß, wie groß Ihre Interesse ist und solche Artikel recht zeitaufwendig sind, werde ich solche Artikel nur im Falle einer nicht zu kleinen Nachfrage veröffentlichen.

Donnerstag, 14. Juli 2011

"Deutschland für Geschlechtertrennung an den Unis"


Ajatollah Gorgani behauptete am Dienstag, dass "Deutschland die Geschlechter an den Universitäten trennen will" Er fügte hinzu: "Es tut einem deswegen weh, weil Deutschland heute die Geschlechtertrennung bereits geplant hat und wir sind noch später als sie dran".

Quelle: Daneshjoo News


Vergleichbare Artikel
Weblog von Ali SchirasiBald keine Apartheid mehr an den Unis?

 Label? ,,, Humor

Mittwoch, 13. Juli 2011

Nader und Simin - Eine Trennung


Kino - Simin will mit ihrer Familie das Land verlassen, während ihr Mann, Nader, wegen seines erkrankten Vaters im Iran bleiben will. Also entscheiden sie sich zu trennen. Doch Nader kann sich nicht alleine um seinen Vater kümmern. Also engagiert Simin eine Frau, die Naders Vater pflegen soll. Dabei begegnen sich zwei unterschiedliche Schichten Irans. Ein tiefsinniger Film über die iranische Gesellschaft ...  



Simin und Nader - eine Trennung, gewann sowohl den Geoldenen Bären (der Hauptpreis) als auch den Silbernen Bären (bestes männliches und weibliches Schauspielensemble) des Filmfestivals von Berlinale.


Was schreibt die Presse?

FAZ schreibt: Farhadis Film „Nader und Simin - Eine Trennung” erzählt von den Szenen einer Ehe, von Familien und ihrem Alltag, von Verwicklungen, die vor Gericht führen und damit aus dem Privaten in den öffentlichen Raum. Da öffnet sich auf einmal ein Fenster, weil Farhadi, wie viele seiner Kollegen, mitunter fast dokumentarisch vorgeht. Oft sind es nur Kleinigkeiten, von denen diese Filme erzählen, Allerweltsgeschichten, in denen man dann nach politischen oder sozialen Spuren sucht mehr (sehr empfehlenswert)

SZ schreibt: Der Berlinale-Sieger von Asghar Farhadi besticht durch die Dichte seines Erzählgewebes. Präzise und facettenreich erzählt er ein Familiendrama, das unter den vielen Kleinproblemen fast nebenbei abläuft. Ein Ausnahmefilm über den lebensfeindlichen Ayatollah-Staat Iran. mehr

Offizielle deutsche Webseite (mit Trailor)

Iranisches Kulturerbe in Gefahr? (mit einer Buchempfehlung)


 Jugendliche aus Yasuj bilden eine Kette um die 
Statue von Aryobarzan, um sie zu beschützen

Kultur - seit etwa zwei Jahren verschwinden verschiedene Statuen aus den Städten Irans. Der Höhepunkt dieses Kulturskandals wurde im Mai 2010 erreicht, als alleine in Teheran 13 Statuen verschwanden, wie diese zwei:


  "Leben"

Dr. Moein, Herausgeber eines persischen Wörterbuchs

In den letzten Monaten aber attackierten einige Freitagsprediger aus Teheran, darunter Elm-ol-Hoda von Mashhad und Khatami (nicht zu verwechseln mit dem Ex-Präsidenten), die "iranische Schule". Diese Attacken sind auch politisch motiviert, um auf Ahmadinedjads Stabschef Maschaiee zu zielen, der die "iranische Schule" für wichtiger als "islamische Schule" bezeichnete; ein gescheiterter Versuch, Irans unreligiöse Jugend für Ahmadinedjad zu gewinnen.

Früher auf diesem Blog schrieb ich, dass manche Machthaber der islamischen Republik schon immer Probleme mit den vor-islamischen iranischen Traditionen hatten und haben, z.B. im Artikel über Charshnabesuri. Diese Machthaber haben natürlich auch Probleme mit der Dichtung und Literatur, nicht nur mit modernen Dichtern wie Ahmad Shamlou.

***

Schāhnāme ist das Nationalepos der persischsprachigen Welt. Es erzählt die mythische und historische Vergangenheit Irans. Die Geschichte fängt mit der Kreation des Menschen an und endet mit der islamischen Eroberung Irans im siebten Jahrhundert.

  Ferdowsi, Autor von Schāhnāme

In Mashad wurden neulich die Wandmalereien der "Geschichten von Schāhnāme" über Nacht entfernt. An die Wänden schrieb man: "dieses Gebiet ist eine Stiftung von Hazrat-e-Reza". Hazrat-e-Reza ist der achte Nachfolger des Propheten Mohammad im schiitischen Glauben. Die Botschaft war eindeutig: in der Stadt Mashhad darf man nicht für Ferdowsi Werbung machen, der Islam steht im Vordergrund. Auf meinem englischsprachigen Blog kann man sich die alten Fotos der Wandgemälde anschauen.

Ein anderes Beispiel ist die Statue von Aryobarzan. Der Staatsanwalt der Stadt Yasuj sagte, dass diese Statue aus der Öffentlichkeit verschwinden soll, weil Aryobarzan gegen Velayat-e-Faghih, d.h. das Prinzip der Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten, war. Aryobarzan war aber ein iranischer Satrap, der im Jahr 331 v.Chr. in einer Schlacht gegen Alexander den Großen starb, d.h. in einer vorislamischen Zeit. Wie er gegen das Prinzip der Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten gewesen sein konnte, obwohl dieses zu seiner Zeit nicht einmal definiert war, bleibt offen!

Die Mitglieder des Stadtrats von Yasuj vereinbarten, dass die Statue an seinem Ort bleiben soll, der Staatsanwalt beharrt aber auf deren Entfernung.

Yasuj 

Wie sehr ist Irans Kultur(erbe) in Gefahr?

Die Regierung im Iran entfernt zur Zeit die Geschichte der alt-persischen Könige aus den Schulbüchern (denkt der Leser gerade an "1984" von George Orwell?). Bahman Amouei, politischer Gefangener, ist wegen Veröffentlichung eines Gedichts aus Schāhnāme angeklagt worden. Das iranische Kulturerbe ist gefährdet. Das ist aber nichts Neues in der Geschichte Irans. Sowohl Alexander der Große in der Antike als auch die arabische Fremdherrschaft während der islamischen Eroberung Irans haben viel von Irans alter Kultur zerstört (z.B. Persepolis). Später kamen die Mongolen mit Dschingis Khan in den Iran und haben Bibliotheken verbrannt. Die iranische Kultur, trotz vieler Schäden, blieb aber erhalten. Unsere Vorfahren haben ihren Teil dazu beigetragen, dass diese Kultur bis heute erhalten blieb. Heute liegt es in unseren (damit meine ich den Iranern) Händen, dass diese Kultur weiter erhalten bleibt. Ich weiß von Müttern und Vätern, die ihren Kinder die Kurzfassungen von Schāhnāme kaufen, die Geschichten des Buches vereinfacht weiter erzählen und dieses Buch und die alte Geschichte Irans wieder lesen und erzählen. Ich habe anderen persischsprachigen Bloggern vorgeschlagen, wenn möglich, in jedem Artikel einen Vers aus einem persischen Gedicht zu rezitieren.

Eine alte Kultur kann man nicht so einfach löschen. 

Buchempfehlung

Haben Sie auch Lust eine Geschichte von Schāhnāme zu lesen? Ich selbst kenne natürlich nur die persische Version des Buchs. Ich habe mich aber informiert und habe mir sagen lassen, dass Rückerts Übersetzung dieses Buches gut gelungen sei. Ich empfehle Ihnen die Geschichte von Rostam und Sohrab mit der Übersetzung von Rückert (bei amazon.de bestellen).

Lass aus dem Königsbuch der Perser dir berichten,
von Rostam und Sohrab, die schönste der Geschichten
von Heldenruhm, wie leicht er Fraunlieb erwarb,
und wie der eigene Sohn, erlegt vom Vater, starb

Mittwoch, 6. Juli 2011

Fotos aus dem Iran (#15)

Das erste Treffen der Leiter von Universitäten zum Thema
religiöse Orientierung und Ausbildung des himmlischen Universums.
Sogar für Rahbar (zweite Reihe), den Leiter der Teheran Universität, zu langweilig.

Montag, 4. Juli 2011

Vorstellung der iraniscen Studentenbewegung


Termin - Am 9. Juli werden vier ehemalige Aktivisten der Studetenbewegung über die iranische Studentenbewegung sprechen.
Said Habibi, ehemaliger Sekretär der Studentenorganistaion Tahkim-e-Vahdat  wir über die Situation der linken Studenten im Iran sprechen. Ali Honari, ehemaliger Mitglied der Studenten und Absolventen der nationalen Front wird über das politische Forum der Studentenbewegung im Iran sprechen. Amir Memarian, ehemaliger Sekretär einer Tahkim-e-Vahdat nahen Organisation, wird den Wandel und die Evolution der Tahkim-e-Vahdat veranschaulichen.  Farshid Azarniush, ehemaliger Mitglied des reformistischen Vereins der internationalen Universität von Qazvin, wird erzählen, welche Rolle die Studenten aus verschiedenen Volkszugehörigkeiten auf die iranische Studentenbewegung, gespielt haben. Sie alle waren Aktivisten der iranischen Studentenbewegung.