Mittwoch, 30. November 2011

Ende der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Iran?

Binnen 48 Stunden müssen iranische Diplomaten London verlassen. Alle britischen Diplomaten werden ebenfalls den Iran verlassen, sagte der britische Außenminister Hague.

Kurz nach der Attacke haben die Machthaber im Iran gemerkt, dass sie zu weit gegangen sind. Ohne Nachdenken über die möglichen Folgen handeln diese Idioten (bitte verzeihen Sie mir die Unsachlichkeit, irgendwann kann ich auch nicht mehr), dann heulen sie und bitten um Verzeihung: der Polizeichef von Teheran besucht die Verantwortlichen der britischen Botschaft versucht zu erklären, wie das alles passieren konnte (+). Der eine Parlaments-Abgeordnete erzählt, dass andere Länder sich sicher fühlen sollen. Auch England werde die Sicherheit garantiert (+). Soll es heißen, "Wir machen es nie wieder"?  ... Zu spät kann ich nur sagen.

Was denken Sie eigentlich wenn Sie diese Bilder sehen?

Norwegen schließt Botschaft

Grund: Sicherheitsbedenken.

Die Mitarbeiter bleiben zunächst im Iran, arbeiten aber an einem anderen Ort. Das norwegische Außenministerium überlegt noch, ob die Mitarbeiter nach Norwegen zurückgerufen werden sollen.

Fotos aus dem Iran - Bassijis in britischer Botschaft

Bild oben: Offensichtlich lässt die Polizei ohne Widerstand die Bassijis durchgehen. In dem rot markierten Bereich ist laut Amir Farshad Ebrahimi der Bassij-Mitglied Karim Jalali zu sehen.

Bilder unten: Iranische Sicherheitskräfte können auch nett mit den "Demonstranten" umgehen. Sie hatten ja auch vor zwei Jahren eng zusammen gearbeitet. Aber die Fotos dürfen nicht inszeniert aussehen. Oder auch doch.  




Die Bassijis sollen dringend ihr Englisch verbessern. Meinen Sie nicht auch?

Und so erobert man die Welt:

Dienstag, 29. November 2011

Nicht Studenten, sondern Bassij-Schergen greifen britische Botschaft an

[update 16:40; neue Meldungen, Videos, etc. zunächst nur auf Twitter]

[update: der Spiegel hat sehr schnell seinen Titel korrigiert. Danke schön]

Ich als Iraner verurteile den Angriff von Bassijis auf die britische Botschaft ausdrücklich.

Der Spiegel meldet, dass iranische Studenten die britische Botschaft gestürmt haben. Dabei handelt es sich aber um ein paar bezahlten Bassiji-Schergen. Wie könnte es sonst sein, dass die vor Ort anwesende Polizei, die in der Lage ist, Millionen von Menschen in Teheran zu unterdrücken, nicht in der Lage wäre, ein Dutzend Studenten zu stoppen?

Anscheinend wollen die Mächtigen im Iran das Land stärker in die Isolation führen.

Freitag, 25. November 2011

Samstag, 19. November 2011

Ägyptische Bloggerin Nackt Gegen Zensur

Nackt von "Mana Neyestani"
(Mit einem Klick auf dem Cartoon, sieht man ihn in der Originalgröße.
Der krokodilförmige Schleier ist dann besser zu erkennen) 
Ich weiß nicht warum die "Nackt Foto Revolution" der ägyptischen Bloggerin, Aliaa Magda Elmahdi, in den deutschen Medien weniger Anklang fand, als in den englisch- und persischsprachigen Medien. Die Aktion ist mutig und verdient ein größeres Echo als bisher.



Empfehlenswert finde ich den ausführlichen Artikel von Sueddeutsche, die die Aktion von verschieden Perspektiven beobachtet.

Klar ist, dass die Aktion nicht zu einem Erdbeben führte, das Fundament der islamistischen Krokodile aber ins Wanken brachte. Umso besser!

Freitag, 11. November 2011

Mittwoch, 9. November 2011

Gegen Krieg, für Alternativen (2) #No2IranWar

Man kann wirklich behaupten, dass alle Gruppen der iranischen Opposition, die wirklich Demokratie haben wollen, gegen einen Krieg sind. Sowohl Intellektuelle, Journalisten und Schriftsteller, als auch politische Gruppen wie Reformer oder Monarchisten. Dass Reformer gegen Krieg sind, sollte klar sein. Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs, veröffentlichte auch in seinem Blog, dass er alles daran setzen werde, um einen Krieg zu verhindern und die Weltgemeinschaft zu sagen, dass das iranische Volk sein eigenes Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse.

121 iranische Intellektuelle, Schriftsteller und Journalisten haben in einer Erklärung geschrieben, dass "die, die wirklich Demokratie für Iran wollen" – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes – absolut gegen einen solchen Angriff seien (mehr auf Julias Blog; vollständige englische Version der Erklärung).

Es werden immer weitere offene Briefe und Blog Artikel gegen einen militärischen Einsatz geschrieben:

hier     und hier   und das     und eine Facebook Seite     und noch eine Facebook Seite  

und es gibt noch sehr Viele  ...


Twitter-Tag zum Thema: #No2IranWar

Vergleichbare Artikel 
Gegen Krieg, für Alternativen

Montag, 7. November 2011

Wieso Iran sich in einen Gottesstaat verwandelte (2)

Teil 2 - Schah Mohammd Reza Pahlavi

Im ersten Teil haben wir über Freiheiten geschrieben, die es in der Schah-Zeit im Iran gab und heute nicht mehr gibt: Private Freiheiten.



Der Schah war gebildet, modern und hat im Iran Kulturzentren wie Kinos und Theater gebaut. Laut dem, was über ihn geschrieben wurde, war er jemand, der den Iran liebte. Aber er war auch jemand, der alles selber in der Hand nehmen wollte. Seinen Ministerpräsidenten Mossadegh beispielsweise, der die absolutistische Monarchie durch eine konstitutionelle Monarchie ersetzen wollte, stempelte er als Kommunist ab. Die kommunistische Tudeh-Partei wollte zwar Mossadegh unterstützen, Mossadegh war aber nicht bereit mit ihnen zusammenzuarbeiten. In der Selbstdarstellung der Tudeh-Partie Irans heißt es: [1]
"Leider hat Dr. Mossadegh den Warnungen der T.P.I nie Aufmerksamkeit geschenkt und mit übertriebenem Vertrauen zu den Leuten um sich, die ihn dann verrieten, nicht die Bereitschaft gezeigt, in den entscheidenden Momenten für den Kampf gegen Unterdrückung und Kolonialismus uns die Hand zu reichen."

 Time's Man of the year, Mossadegh

Mossadegh erwähnte in seinem Tagebuch immer wieder: "egal wer für Freiheit kämpft, wird als ein Kommunist abgestempelt". Mossadegh, aber auch Anthony Eden, der damalige britische Außenminister, sahen keine kommunistische Gefahr für den Iran. Darüber, ob sie Recht hatten oder nicht sollen Historiker weiterhin diskutieren.

Die Mullahs wie Seyyed Abol-Ghasem Kaschani und Seyyed Mohammad Behbehani sahen in Mossadegh eine Gefahr für den Islam. Sie befürchteten, dass Moassadegh den Iran in eine Republik verwandeln würde. Die Angst der Mullahs vor einer Republik war nichts Neues. Reza Schah Pahlavi, Mohammad Reza Pahlavis Vater, wollte eigentlich eine Republik im Iran gründen. Unter dem Druck der Geistlichkeit, insbesondere Hassan Modarres, scheiterte er daran und gründete eine Monarchie. Die Geistlichkeit sah in der Republik eine Säkularisierung der Gesellschaft und eine Gefahr für die Religion und ihre eigene Macht.

 Ajatollah Kashani

Mit der Unterstützung der Mullahs wurde die Operation Ajax durch die CIA und den MI6 durchgeführt und Mossadegh wurde gestürzt. Nach dieseser Operation, im Iran besser bekannt als CIA-Putsch, wurden die Freiheiten weiterhin eingeschränkt. Madeleine Albright, amerikanische Außenministerin Clintons, entschuldigte sich am 18. März 2000 bei der iranischen Bevölkerung wegen dieser Operation und bezeichnete sie als "Ursache für Regression der politischen Entwicklungen im Iran". Sie fügte hinzu: "der Schah hat zwar vieles für den wirtschaftlichen Fortschritt Irans getan, unterdrückte aber seine Gegner grausam". [2]

***


Politische Aktivisten hatten in den folgenden Jahren kaum politische Freiheit, wie beispielsweise Dr. Schapur Bachtiar, der nach dem Sturz Mossadeghs einer der Führungsmitglieder der Nationalen Front war und mehrfach verhaftet wurde. 

 Dr. Schapur Bachtiar mit einem Foto von Mossadegh

Ende des Jahres 1978 wurde die Situation für den Schah immer schwieriger. Er bot Bachtiar den Posten des Premierministers an, um die Lage des Landes zu beruhigen.

Bachtiar äußerte Mohammad Reza Schah gegenüber:
"Ihr Vater hat meinen Vater umgebracht. Sie haben mich ins Gefängnis geworfen. Ich sollte eigentlich keinerlei persönliche Loyalität ihrer Dynastie gegenüber haben. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass der Iran noch nicht reif für eine demokratische Republik ist. Und wenn die Nation soweit ist, eine Demokratie zu sein, kann dies auch in Form einer konstitutionellen Monarchie geschehen. Zur Zeit ist es allerdings unsere wichtigste Aufgabe, diese Barbaren zu stoppen."
 Dr. Bachtiar und Schah

Grund?! Human Bachtiar, eine Bekannte von Schapur Bachtiar sagt:
"ِBachtiar studierte die Verbindung der Religion und Macht im Altertum und wusste, dass Religion eine persönliche Sache ist. Er wusste, dass die Einmischung von Religion in Politik in Tyrannei und Korruption endet." [3]
Dann kam Ajatollah Chomeini aus Paris in den Iran und erklärte Bachtiars Regierung für illegal. Bachtiar wollte, dass der Ajatollah in der heiligen Stadt Qom einen kleinen Vatikan-Staat gründet, was dem Ajatollah aber nicht gefiel.

***

Konnte Schah den Iran vor der Islamisierung des iranischen Staats retten?

Farah Pahlavi, Irans letzte Königin, sagte Bachtiar im ägyptischen Exil:
"Wenn Sie drei Monate zuvor Ministerpräsident geworden wären, wären wir jetzt alle in Teheran" [4].
Farah Pahlavi

Was wäre, wenn der Schah früher mit seinen Reformen angefangen hätte?

Warum hat die breite Masse nicht auf Bachtiar gehört? Nicht etwa, weil sie ihn nicht kannte? Während Bachtiar und andere säkulare Kräfte gefangen waren, konnten die islamischen Kräfte in Moscheen für Khomeini werben. Wäre der Iran auch dann islamisch geworden, wenn Bachtiar und andere säkulare Intellektuelle ihre eigenen Zeitungen gehabt hätten? Warum war der Iran damals "nicht reif für eine Republik"?

Der Schah hat aber am Ende dem Land die Demokratisierung durch Bachtiar ermöglicht. Es war nicht alleine des Schahs Schuld, dass der Iran sich in einen Gottesstaat verwandelte.

Im nächsten Teil dieser Artikelreihe werden wir sehen, welche historischen Fehler Irans Intellektuelle begangen haben.

Ein paar Quellen aus dem Netz:

[1] 60 Jahre Tudeh-Partei Irans
[2] کودتای ۲۸ مرداد, Wikipedia
[3] BBC, بختیار؛ سرشتی ویژه که قدرش را ندانستیم
[4] BBC, گفت و گو با فرح پهلوی در باره شاپور بختیار و آخرین ماه های نظام پادشاهی

Donnerstag, 3. November 2011

Wir haben unser Leben – von Jila Bani Yaghoub

[Julias Blog] - [...] Bei einem der Verhöre fragte ich den Verhörbeamten – den „Spezialisten“, wie sie sich selbst nennen: „Bitte sagen Sie mir ehrlich, was Ihr Regime mit der fünfjährigen Inhaftierung von Herrn Ganji erreicht hat. Haben Sie mit all den negativen öffentlichen Reaktionen der internationalen Medien und Menschenrechtsorganisationen nicht einen hohen Preis dafür gezahlt? Ist Herr Ganji jetzt nicht berühmter denn je, und wird er seine Ziele nicht noch entschlossener verfolgen als vorher?“

Mein Befrager dachte einen Augenblick nach, bevor er antwortete: „Nun ja, aber wir haben dafür gesorgt, dass Herr Ganji fünf Jahre lang kein Leben hatte.“  [...]

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