Mittwoch, 18. April 2012

Sie sind dran: Umfrage

Liebe Leser,

bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und beantworten Sie folgende Fragen, falls Sie dieses Blog regelmäßig lesen. Mit Ihrer Hilfe erhoffe ich mir dieses Blog für Sie interessanter gestalten zu können und mein Potential besser nutzen zu können.

Freitag, 13. April 2012

Kouhyar Goudarzi freigelassen

 Kouhyar und seine Mutter nach der Freilassung

Julias Blog - Menschenrechtsaktivist Kouhyar Goudarzi ist heute gegen eine Kaution in Höhe von 88.000 Dollar freigelassen worden. Er ist zu fünf Jahren Haft und Exil in der Stadt Zabol verurteilt. Nach 8 Monaten Haft in Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses kam er heute vorübergehend frei. Weiterlesen

Mittwoch, 11. April 2012

Zweckentfremdung des Gedichts von Grass im Iran


Iran lobt Grass für Israel-kritisches Gedicht. Will der Iran damit bestätigen, dass "das iranische Volk von einem Maulhelden unterjocht und zum organisierten Jubel gelenkt wird"? Natürlich nicht. Diese Stelle des Gedichts von Günther Grass kommt auf den staatlichen Webseiten nicht vor; zumindest nicht so, wie Grass sie gedichtet hat.


Fars News, die Webseite der iranischen Revolutionsgarde, lässt die zweite Strophe einfach weg. Die halbstaatliche Mehrnews veränderte die zweite Strophe so, als wäre mit dem Maulhelden Netanjahu gemeint. In Mehrnews Übersetzung habe sich der Maulheld das behauptete Recht auf Erstschlag zu eigen gemacht, was zu einer organisierten Aufruhr geführt habe, laut der das iranische Volk vernichtet werden müsse. Rajanews, eine Ahmadinedjad-nahe Webseite, benutzte die Übersetzung von Mehrnews und fügte ein paar Begriffserklärungen in Klammern hinzu, damit ihre Leserschaft beispielsweise versteht, was "Aufruhr" bedeutet!

Das Gedicht von Günther Grass ist mittlerweile vielfach ins Persische übersetzt worden. Eine gute Übersetzung findet man zum Beispiel hier. Zur Zeit verfolgen viele Iraner die Reaktionen der deutschen Medien und der Politiker zum Gedicht, das Gedicht selbst wurde bisher kaum von iranischen Bloggern kommentiert. Sie interessiert zur Zeit auch, wie deutsche Medien auf die falschen Übersetzungen in halbamtlichen Medien im Iran reagieren werden.

Sonntag, 8. April 2012

Trennung - notwendig für Einheit?


Heute redet man viel über Trennung; viele fühlen sich der Grünen Bewegung nicht mehr nahe genug und sprechen von Trennung. Aber warum? Hat man denn "united we stand, devided we fall" vergessen? Manche Befürworter der Trennung sind der Meinung, dass eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt notwendig für eine Einheit in der Zukunft ist!


Nach der Geburt der Grünen Bewegung sprachen alle über die Notwendigkeit der Einheit verschiedener oppositioneller Gruppen. Alle sagten, die Grüne Bewegung sei pluralistisch. Niemand hatte ein Problem mit dem Pluralismus. In der Politik kann nur in Taten festgelegt werden, wie ernst jemand etwas meint. Ist die Einheit so wichtig, dass man bereit wäre, Kompromisse einzugehen? Oder auf andere einzugehen? Zuhören, was sie sagen? Oder ist die Einheit nur dann gut, wenn alle ihr gehorchen und zujubeln?

Was ist denn passiert?
Rasa TV, das Fernsehen der Reformer der Grünen Bewegung, ging Pleite, weil nicht genügend Menschen gespendet hatten. Es gibt sehr viel iranisches Fernsehen im Ausland, das mittels Spenden langfristig überlebt hat. Dass gerade das Fernsehen der Grünen Bewegung keine Spenden bekam, lag also nicht an Mittellosigkeit der Iraner. Rasa TV war langweilig, ihr Programm war dem des staatlichen Fernsehens sehr ähnlich. Frauen, die bei BBC oder Voice of America ohne Kopftuch erschienen waren in Rasa TV nur mit Kopftuch zu sehen (warum wohl?).

Religiöse Reformer sind hauptsächlich frühere linke Islamisten (nicht im Sinne des Fanatismus), die sich im Laufe der letzten 20 Jahre von den Konservativen getrennt haben. Manche wie Ex-Präsident Khatami haben sich früher von den Konservativen getrennt, andere wie Mousavi später. Es wäre falsch zu sagen, das iranische Volk habe Reformern nur deshalb gewählt, damit sie der Islamischen Republik "Nein" sagen. Wenn 70% oder 80% der Bevölkerung eine politische Gruppe wählt, befürwortet zumindest ein Teil von diesen Wählern die gewählte Politik. Khatami sprach 1997 in seiner Wahlkampagne von Rechtsstaat, Legalisierung der Satelliten und einem möglichen Dialog mit den USA. Politisch konnte oder wollte er nicht viel verändern. Deshalb ist die Frage gerechtfertigt, wie Khatami heute etwas verändern soll, wenn er es als Präsident nicht schaffte.

Viele junge Menschen machten aus Khatami jemanden, der er nicht war. Viele glaubten, dass Khatami ein Gegner der Islamischen Republik war. Deshalb waren sie enttäuscht, als Khatami sich am 2. März in letzter Minute in einem abgelegenen Wahllokal an der iranischen Parlamentswahl beteiligt hat. Vermutlich wollte Khatami aber mit seiner Aktion den Menschen sagen, dass er nicht der ist, für den sie ihn hielten. Viele seiner Anhänger sagen aber, Khatami habe aus "Weitsichtigkeit" gewählt. Er wisse etwas, was wir nicht wissen.

Das sind Gründe für viele zu sagen: "wir müssen unsere eigene Stimme finden, wir müssen uns von ihnen (Grüne Bewegung) trennen. Wir müssen eigene Demos organisieren, damit wir zeigen können, dass wir viele sind. Damit wir Gehör bekommen. Erst dann können wir wieder zusammen auf die Straße gehen." .

Das Vertrauen ist so wenig geworden, dass manche sich fragen, ob die Politiker der Grünen Bewegung solche Demos dulden würden. Würde ein Reza Pahlavi (ZDF Interview) seine Anhänger zu einer Demonstration aufrufen, würden Reformer dann mit Schlagstock die Demonstranten verprügeln?!

Ob diese Argumente "richtig" oder "falsch" sind, bleibt dem Leser überlassen. Alleine die Tatsache, dass heute mehr als je zuvor über Trennung geredet wird, war der Grund, diesen Artikel zu schreiben. Schreiben Sie Ihre Meinung dazu (hier, in Facebook oder in Google Plus).


Cartoon von Necmi

Kennen sie gute Alternativen zu den Reformern? Oder sind Sie der Meinung, dass Alternativen erst gebildet werden müssen? Oder finden Sie Reformern alternativlos?

Vergleichbare Artikel:
Warum der letzte Protestaufruf im Iran so erfolglos war