Sonntag, 29. Juli 2012


Sieht, wie schrecklich das Sprechen ist: der größte Respekt für jeden ist, dass man eine Minute für ihn schweigt.

Dienstag, 24. Juli 2012

Ehemaliger Karroubi-Berater gibt nach seinem Rücktritt Interview

[Julias Blog] Rooz Online, 23. Juli 2012 - In einem Exklusivinterview mit Rooz Online hat Mojtaba Vahedi, der ehemalige Sprecher des weiterhin unter Hausarrest stehenden Führers der Grünen Bewegung Mehdi Karroubi, mitgeteilt, dass er seine Tätigkeit als Berater Karroubis beenden werde. Auf seiner persönlichen Webseite veröffentlichte er einen Brief, in dem er schreibt, er glaube an “den vollständigen Sturz des Regimes, das im Namen der Religion geschaffen wurde”. Da Karroubi weiterhin an “die Islamische Republik in der Definition Ayatollah Khomeinis” glaube, habe er beschlossen, seine dreißgjährige Zusammenarbeit mit ihm zu beenden. Vahedi bezeichnet Karroubi als seinen “großen Lehrer” und schreibt, es sei ein guter Zeitpunkt für ihn, sich Millionen von Iranern anzuschließen. Er wünsche Karroubi auf seinem Weg viel Erfolg. Zum Artikel

Freitag, 20. Juli 2012

Wir Wollen Euer Himmel Nicht, Lasst Uns Einfach Leben

Vier Gründe warum ich die Hölle dem Himmel vorziehe

1. Grund:

Eine Arbeit von der 
"Cyberorganisation für Förderung der Verschleierung und Keuschheit"  


2. Grund
Auf dem Banner steht:
Prophet: "Jede Frau die sich gutriechend macht und das 
Haus verlässt, wird von Gott geflucht sein,
bis sie nach Hause zurück gekommen ist"

Nur stinkende Frauen gehen in den Himmel. Ich stehe auf gut riechende und schöne Frauen.

3. Grund: Die offizielle Sprache in der Hölle ist persisch, die des Himmels arabisch:


Ich würde gerne mit persischen Dichtern in der Hölle Zeit verbringen.

4. In der Hölle erwarten mich solche kostenlose Konzerte.

Wir wollen euer Himmel nicht, lasst uns einfach leben. 

Freitag, 6. Juli 2012

Menschenrechtsaktivist Darf Seinen Krebskranken Sohn Nicht Besuchen


Shary Faramarzi

Mohammad-Sedigh Kaboudvand, Journalist und Menschenrechtsaktivist, engagierte sich in der iranischen Provinz Kurdistan für Menschenrechte. Er gründete 2005 die Human Rights Organization of Kurdistan (HROK). Er veröffentlichte zwei Jahre lang die auf Persisch und Kurdisch die Wochenzeitung “Payam-e Mardom”, die die Regierung 2006 verbot.


Kaboudvand wurde 2007 wegen "Gefährdung der nationalen Sicherheit" durch Gründung der Kurdischen Organisation für den Schutz der Menschenrechte verhaftet und später zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zusätzlich erhielt er ein Jahr Gefängnis für "Propaganda gegen die Islamische Republik" . Dabei verbrachte er fünf Monate in Einzelhaft.  Während seiner gesamten Haftzeit litt er immer wieder an ernsthaften Erkrankungen. Er ist herzkrank und leidet an einer Prostata-Erkrankung und musste operiert werden, doch im Gefängnis würde ihm eine entsprechende medizinische Versorgung verweigert. Am 23. Januar 2009 erhielt Kaboudvand von "Human Rights Watch" den Hellman/Hammett Preis für verfolgte Schriftsteller. 


Seit 13. Februar ist Kaboudvand in einen Hungerstreik getreten, weil die Behörden ihm nicht erlauben, seinen kranken Sohn zu besuchen. Zunächst hatten die Behörden ihn aufgefordert, seinen Hungerstreik zu beenden, und ihm die Bewilligung des Hafturlaubs angekündigt. Kaboudvand war der Aufforderung gefolgt, wurde aber wenige Tage später darüber im Kenntnis gesetzt, dass sein Antrag abgelehnt worden sei. Bei seinem Sohn sei Krebs diagnostiziert worden, und er habe möglicherweise nicht mehr lange zu leben. Er will nur seinen Sohn in der schwierigen Zeit der Behandlung unterstützen. Am 26. Mai, reagierte Kaboudvand wieder mit seinem Hungerstreik auf die Verweigerung der Gefängnisbehörden, ihn seinen kranken Sohn besuchen zu lassen. Er hat angekündigt, den Hungerstreik so lange fortzusetzen, bis er die Erlaubnis erhält, Zeit mit seinem kranken Sohn zu verbringen. Wir fordern Hilfe für den iranischen politischen Gefangenen Mohammad-Sedigh Kaboudvand, der sich seit 44 Tagen im Hungerstreik befindet.

Hossein Ronaghi Malekis erster Blogeintrag nach Beginn seines Hafturlaubs



"Ich verstehe immer noch nicht, warum fremde Menschen mich umarmen wollen, wenn sie mich sehen, warum sie glücklich sind oder warum sie weinen?"
Gestern Nacht hat Hossein Ronaghi Maleki mit einem Blogeintrag seine Leserschaft glücklich gemacht.  Die deutsche Übersetzung finden Sie auf Julias Blog.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Video: "Mr. President: Apple Won't Listen, Will You?"

"Mr. President, we all want change within Iran. However, as years of sanctions against Cuba have shown, these policies have only hurt the innocent Cuban people and American businesses."

Umfrage des Iranischen Fernsehens: 63% Forderten Iran die Anreicherung zu Stoppen



63% der Teilnehmer forderten, dass Iran seine Urananreicherung stoppt.  
89% waren gegen der Schließung der Straße von Hormuz.

Die Umfrage wurde vom Web entfernt. Die offizielle Begründung lautet: "eine Umfrage, in der nur 2000 Menschen teilnahmen, ist nicht aussagekräftig."

Es ist zu erwähnen, dass viele Iraner das iranische Fernsehen überhaupt nicht anschauen oder sich auf Programme wie Fußball einschränken. Die meisten Iraner, auch die Armen,  bevorzugen illegale Satelliten. Das Publikum, das bei einer Umfrage des iranischen Fernsehens teilnimmt gehört zweifellos zu den konservativeren Schichten Irans.

Vergleichbare Artikel:

«نظر مخالف ندادن» وظیفه مردم است

Dienstag, 3. Juli 2012

Reza Pahlavi Zeigt Focus Online Sein Wahres Gesicht

"Die Saudis wissen das, die Bahreinis, die Kataris. Nur der Westen scheint es vergessen zu haben"
Reza Pahlavi

Vorwort:
Eigentlich fand ich Reza Pahlavi, den ehemaligen iranischen Kronprinzen, sympatisch. Ich lese regelmäßig sein Blog und bin der Meinung, dass er gut redet: Er war stets offen zu den Kritikern seines Vaters und war bereit mit ihnen zu sprechen oder gar selber seinen eigenen Vater zu kritisierenVor allem beeindruckend fand ich, dass er sich von seinen radikalen Anhängern distanzierte (+).  Meine Kritik an ihm war bisher, dass seine Meinung zu verschieden Themen davon abhing, bei wem er gerade zu Gast war. Seine Ansicht zu der Rolle seines Vaters war von seinen Gästen oder Gastgebern abhängig. 

Ich bin kein Anhänger von Reza Pahlavi, weil ich kein Monarchist bin.  Heute aber las ich sein Interview mit Focus Online und denke, dass er sein wahres Gesicht gezeigt hat. Zum Glück, denn es ist nicht zu spät.

Zu dem Interview mit Focus Online:

Ich lese das Interview und bin sauer, vielleicht ist geschockt das bessere Wort. Also erklärt sich Reza Pahlavi so einfach zum gesetzlichen König vom Iran:
FOCUS Online:Kurz nachdem Ihr Vater starb, wurden Sie in Ägypten zu seinem Nachfolger gekürt.

Pahlevi:Diese Zeremonie fand an meinem 20. Geburtstag statt. Dieses Alter musste ich laut unserer Verfassung erreicht haben, um König zu werden. Allerdings hätte ich danach noch vor dem iranischen Parlament meinen Amtseid ablegen müssen. Man kann also sagen, dass ich „de jure“ der König des Landes bin.
Gut, dass es noch Leute gibt, die die alte iranische Verfassung kennen: der Eid muss nämlich vor der Zeremonie abgelegt worden sein, vor dem iranischen Parlament und dem Senat. So lautete das alte Gesetz, das unseren Prinzen anscheinend gar nicht interessiert, stellt Mohammad Amini in seinem gut geschriebenen Artikel fest.

Und auf Dörfern nennen sie ihn Kronprinz! Na klar. Glauben wir ihn einfach mal. Wir dachten früher seine Anhänger wären eher in Großstädten ...

Jetzt kommt die absolute Frechheit:
FOCUS Online:Im Vergleich zu Spanien war der Iran unter der Regierung Ihres Vaters allerdings kein sehr demokratisches Land.
Pahlevi:Mein Vater glaubte, dass er der Bevölkerung erst eine gewisse Bildung zukommen lassen müsste, damit die Demokratie lebbar würde. Er wollt zuerst die Zivilbevölkerung aufbauen. Sein System war reformierbar und er hat den Reformen zum Schluss auch zugestimmt
Zivilbevölkerung war also nicht bereit für Demokratie, ok. Wie macht man sie Demokratie reif?  Mit Verhaftung der Dichter, Exekution der Andersdenkenden, Folter? Die Reformen hat er ja leider zu spät zugestimmt. Sonst wäre heute Iran nicht in den Händen der Mullahs. Will er genau so den Iran dienen? Bitte Herr Pahlavi, hätte ihr Vater das Land nicht gedient, wäre es viel besser gewesen. Wäre er einfach nur König, so wie der König von Spanien, wäre es zur keinen Revolution gekommen ... 


Reza Pahlavi behauptet dann, dass sein Vater freiwillig den Iran verließ. Es gab ja keine Revolution


Und direkt der nächste Hammer: Reza Pahlavi vergeleicht sich mit Gandhi:
Was würden Sie als erstes tun, nachdem Sie in Teheran gelandet sind?
Pahlevi:Ich würde es so machen wie Mahatma Gandhi, als er von Südafrika zurückkam: Ich würde in jeden Winkel des Landes reisen, um es richtig kennenzulernen. Natürlich war ich all die Jahre über in Kontakt mit den Leuten, aber ich habe längst nicht alle Provinzen gesehen
Zur Erinnerung: Gandhi kämpfte bis zum Tod für Freiheit, Reza Pahlavi will in den Iran zurück gehen um die Krone auf seinen Kopf zu setzen. 


Reza Pahlavi hat leider nicht vor, mit dem Schwachsinn-erzählen aufzuhören:
Pahlevi: Denn das wahre Problem ist nicht das Atomprogramm, sondern das Regime. Die Saudis wissen das, die Bahreinis, die Kataris. Nur der Westen scheint es vergessen zu haben.
Sollen wir also glauben, dass die Saudis uns bei der Demokratisierung helfen können? Der Westen ist ja so dumm ... Katar und Bahrain, Vorbilder einer Demokratie.

Zum Schluss erzählt er, dass er keine andere Wahl habe, als König zu werden. Denn jeder im Iran kennt seinen Namen (soll bedeuten: liebt ihn auch), er könnte ja Nelson Mandela sein oder Gandhi.

Vergleichbare Artikel:
When Reza Pahlavi Lies

Montag, 2. Juli 2012

Blogger Hossein Ronaghi Maleki in Hafturlaub Entlassen

Endlich erreicht uns eine gute Nachricht: Hossein Ronaghi Maleki ist in Hafturlaub entlassen worden. 


[Julias Blog] Nach 32 Monaten Haft ist der iranische Blogger und Menschenrechtsaktivist Hossein Ronaghi Maleki soeben gegen 500.000 Dollar Kaution in einen medizinisch begründeten Hafturlaub entlassen worden. 



Maleki war während der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl von 2009 verhaftet worden. Er ist zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Vor 2 Wochen war er nach einer weiteren Nierenoperation trotz anderslautender Empfehlungen seiner Ärzte wieder in die Abteilung 350 des Evin-Gefängnisses zurückverlegt worden. Die Ärzte hatten einen längeren Krankenhausaufenthalt als unerlässlich für seine Genesung empfohlen.
Hossein Ronaghi Maleki hat bisher zweieinhalb Jahre ohne Haftunterbrechung im Evin-Gefängnis verbracht. Er war am 13. Dezember 2009 in der Stadt Melkan bei Tabriz verhaftet und in Trakt 2A des Evin-Gefängnisses gebracht worden (Trakt 2A untersteht den Islamischen Revolutionsgarden). Er verbrachte 10 Monate in Einzelhaft und wurde während dieser Zeit psychologisch und körperlich gefoltert. Er sollte dazu gebracht werden, vor laufenden Fernsehkameras falsche Geständnisse abzulegen.
Von Abteilung 26 des Revolutionsgerichts wurde Hossein Maleki schließlich zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Quelle/Deutsche Übersetzung: Julias Blog
Quelle/Englische Übersetzung: Laleh Irani
Persisch: Advar News