Donnerstag, 6. Juni 2013

TV-Duell zur Iran-Präsidentschaft Teil 2, Sieger und Verlierer gleichzeig Rouhnai. (?!)

Rouhani und Jalili, die unterschiedlichsten Kandidaten

Ich habe auch das zweite Duell der Kandidaten zur Präsidentschaft des Irans angeschaut. Es war besser als das erste TV-Duell (Thema Kultur), aber das heißt ja auch nicht viel. Die ersten Reaktionen auf Twitter waren auch dementsprechend anders: mehr Emotion, aber auch mehr Witze. Ich fasse das Duell hier kurz:


Ghalibaf versuchte sowohl die Stimme des Führers zu gewinnen, als auch die des Volks!

Jalili hat das iranische Volk gezeigt, warum die Atomgespräche unter seiner Leitung nicht funktionieren können:

1. Er denkt ideologisch und redet dogmatisch. Für ihn ist "Kultur" ein Instrument der Politik, das hat er mehrfach zum Ausdruck gebracht.
2. Etwa ein drittel seiner Sätze machten keinen Sinn. Diese Sätze wurden oft von Iraner getweetet. Wie soll der Westen ihn verstehen, wenn wir Iraner ihn nicht verstehen?

Rouhani und Aref versuchten die Stimmen der Grünen Bewegung und der Opposition für sich zu gewinnen. Beide erwähnten den Namen "Shajarian" und "Ajatollah Taheri". Rouhani lobte auch den Dichter Hafes, woraufhin Jalili indirekt antwortete, man solle die nach-revolutionäre Dichter des Irans loben. Arefs Stimme war aber Gestern ein bisschen zitternd und konnte sich nicht so gut wie Rouhani schlagen.

Über den Rest der Kandidaten brauchen wir nicht zu reden.

Was vermutet man also, wer Irans nächster Präsident wird? Jalili. (Ja, richtig Jalili oder ween Sie es bevorzugen Dschalili)

Viele sind der Meinung, dass Rouhani keine Chance mehr hat, Präsident zu werden, weil er Gestern zu viele Stimmen für sich gewonnen habe und könne damit für den Führer gefährlich werden. Außerdem wolle die Führung im Iran keinen Präsidenten mit "unabhängiger Denkweise".

Ich kann mir vorstellen, dass viele Iraner aus Angst vor Jalili an den Wahlen teilnehmen. Nicht weil sie davon ausgehen, dass diese gezählt werden, sondern aus purer Verzweiflung. "Nur für den Fall, dass die Stimmen wirklich gezählt werden", höre und lese ich sehr oft.

Und ich? Ich habe immer noch keine Entscheidung getroffen, tendiere aber dazu, nicht zu wählen.  

Kommentare:

  1. Der Mann, der gleich nach Gott kommt, hat die einzig wichtige Entscheidungshilfe in diesen Tagen bereits selbst gegeben: "Eine Stimme für die Kandidaten ist eine Stimme für die Islamische Republik." Es wird sich nichts ändern.

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    1. Hi Lews,

      viele denken aber auch, dass Chamenei mit diesem Satz die Gegner provozieren wollte, nicht zu wählen.

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    2. Ich denke, dass Chamenei keine Unsicherheit im System mehr zulassen KANN. Er MUSS seine Herrschaft befestigen, die in den letzten 4 Jahren durch Präsident und Anwärter der Präsidentschaft in Frage gestellt wurde. Er hat längst die Weichen gestellt. Eine Stimme für die Kandidaten ist eine Stimme für ihn.

      Rowhani spielt den Clown, oder vielmehr den Köder. Man verhaftet "zur Zierde" ein paar seiner Wahlkampfhelfer, das hat man 2009 nicht mal bei Mousavi und Karroubi getan (vor der Wahl). Er sagt Sachen, die für das System völlig unakzeptabel waren und sind. Andere sind dafür verhaftet worden und er bleibt Kandidat?

      Ich hoffe, Ahmadinejad deckt doch noch endlich endlich ein paar der Lügen auf. Bis jetzt scheint er die Informationen nur als Mittel der Erpressung zu nutzen.
      Ich hoffe, er kriegt noch die Kurve.

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    3. Ich denke mehr oder weniger wie du. Es gibt aber viele Möglichkeiten und Faktoren, die mich unsicher machen.

      Rouhani ist, was er ist. Man darf nicht zu viel erwarten. Falsche Hoffnung ist der Grund, dass ich eher nicht wählen werde. Bei den Wahlen geht es aber nicht um Rouhani. Auch für seine Wähler nicht; Stichwörter: Jalili, neue Bewegung, etc. ...

      Übrigens, gestern hat auch Velayati "die rote Grenze" ignoriert...

      Gerade sind Aktivisten bei Rouhanis Kampagne. Einige nicht Wähler Freunde von mir sind auch dabei. Die schreien gerade Parolen. InTwitter berichten wir darüber.

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    4. Velayati darf sagen was er will, denn er ist ein enger Verbündeter Chameneis. Er ist absolut und vollkommen loyal, egal was er sagt. Lügen und Täuschen sind sogar ein MUSS beim Wahlkampf, glaubt man den Theorien der Psychologie der Massen (übrigens interessantes Buch, schrieb ich neulich versehentlich unter "anonym"). Hier geht es darum, sich schmackhaft zu machen und Velayati geht äußerst geschickt vor.
      Sein Wahlkampf hat schon mit den vielen Konferenzen zum "Islamischen Erwachen" begonnen.

      Die Fantasielosigkeit in der gestrigen Diskussion um das Atomprogramm hat mich verblüfft. Sie rechnen tatsächlich damit, dass nicht jeder längst weiß, dass allein Chamenei die Richtlinien und die Verhandlungspositionen bestimmt.

      Wer sich von Rouhani lenken lässt, tut mir leid. Sorry.

      Chamenei hat mich heute morgen zum Feind erklärt, also glaube mir bitte kein Wort und lasse dich nicht von mir manipulieren. ;-)

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  2. Loyal zu Chamenei sind alle Kandidaten, denke ich.

    Was erwartest du von den 8 zugelassenen Kandidaten, wenn nicht einmal ein Rafsanjani zugelassen wird?

    Hat Chamenei erst Gestern dich zum Feinden erklärt?! Das finde ich aber schwach :)

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  3. :-D
    vorgestern, gestern und heute. Eigentlich jeden Tag. Ich warte immer, dass er mal jemanden zum Freund erklärt, aber das Wort scheint nicht zu seinem Wortschatz zu gehören.

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    1. ;-)
      Dass ihr Punkte an Leute vergebt, die das System zum Feind erklärt hat, wissen auch Chamenei und seine Jünger, ähm Kandidaten. Das kann man benutzen.

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    2. Lieber Lews,

      ich würde gerne heute Abend ein Teil von deiner obigen Kommentare für Google Plus übersetzen. Ich teile da zur Zeit verschiedenen gut argumentierten Thesen (sowohl Pro als auch kontra Teilnahme an den Wahlen).

      Wenn du willst, kannst du gerne etwas hinzufügen.

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  4. oh nein! فارسی من خوب نیست
    da schäme ich mich.
    was soll's... "ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert..." ;-)

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  5. übrigens: ein Antwort die du kriegen wirst, wird das hier sein:

    https://plus.google.com/u/0/106916971153213272605/posts/LX3HviSRnxR

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    1. Den mittleren Teil habe ich nicht ganz verstanden.
      Zusammengefasst meinte er wohl, das es vor jeder Wahl immer wieder dasselbe ist. Die Menschen brauchen Rechte und nicht diese Person oder jene Person.
      Habe ich das richtig verstanden?

      Mit der Anmeldung bei google+ klappt es nicht so toll, mein Browser soll veraltet sein. Vermutlich liegts an meinen Einstellungen, die google-spionage-software nicht zulassen will.

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    2. natürlich darfst du übersetzen

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    3. Rouhani präsentiert sich mit Khatami und Rafsanjani auf einem Poster:
      http://isna.ir/fa/imageReport/92031910913/%D8%B3%D9%81%D8%B1-%D8%AD%D8%B3%D9%86-%D8%B1%D9%88%D8%AD%D8%A7%D9%86%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D9%85%D8%A7%D8%B2%D9%86%D8%AF%D8%B1%D8%A7%D9%86

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    4. Nein, er meint "wir waren die jenigen, die Khatami zu dem heutigen Khatami geamcht haben" und "Wir haben aus dem Ministerpräsidenten von Chomeini und gehorsamen Karroubi die gemacht".

      "Das Problem sind wir und wie wir es unsere Rechte fördern, nicht die Personen"

      Er ist einer von Vielen, die wählen gehen...

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    5. Zu dem Foto gab es ein Video auf Royhanis Facebook Seite, das leider entfernt wurde. Da sah man das Foto + Jugendliche die Pro Mousavi und Karroubu Parolen schrien. Leider ist das weg.

      Das Video hat aber auch was:
      https://plus.google.com/u/0/107365676925051486913/posts/5BJxM2zHwxC

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    6. Interessantes Argument. Da hat er absolut recht.
      Aber warum geht er dann wählen? Jeder Politiker lässt sich prägen.
      Übrigens: Ahmadinejad habt ihr mehr geprägt als alle anderen.

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    7. Es gibt sehr viele Argumente für und gegen Wählen. Im Iran sind die meisten Bewegungen während der Wahlen entstanden. Da hat man die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, mit weniger Kontrolle als normal, etc.

      Viele argumentieren aber auch damit, dass man ein bisschen Öffnung braucht. Was auch stimmt.

      Ich für mich bin zu der Entscheidung gekommen, nicht wählen zu gehen. Eine leichte Entscheidung war es beim besten Willen nicht!

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